Kirche
evangelische
Eber­hards­kirche Tübingen
Grüner Gockel: Kirchengemeinde mit umweltgerechtem Handeln

Umweltteam heizt ein

Im vergangenen Jahr hat uns im Umweltteam vor allen Dingen die Frage von Wirtschaftswachstum und Flächenverbrauch in Tübingen beschäftigt – wie viele andere auch in der Stadt. Das Problem fehlenden Wohnraums stand im Mittelpunkt des Schöpfungsgottesdienstes am 15.4. - Nun wollen wir im Team ein neues Thema angehen und laden ganz herzlich ein, zu unserem Kreis dazuzustoßen: Mittelfristig muss in der Eberhardskirche die Heizung erneuert werden. Welcher Art diese sein soll, darüber wollen wir gerne nachdenken. Falls die neue Heizung wieder strombasiert sein wird, wäre auch darüber nachzudenken, ob die Solaranlage auf dem Kirchendach noch erweitert werden kann, um so evtl. den Strombedarf – bei entsprechender Speicherung – selbst abdecken zu können.
Die Planung der Heizungserneuerung soll in jedem Fall ökologische Überlegungen berücksichtigen. Zur Einstimmung und Vorbereitung auf dieses Thema wollen wir die umgebaute katholische Kirche in Lustnau, St. Petrus, die mit einer neuen Deckenstrahlerheizung beheizt wird, besichtigen.
Termin dieser Exkursion ist der 12.9. Wir treffen uns um 19.10 Uhr am Gemeindehaus um gemeinsam mit dem Rad nach Lustnau zu fahren. Wer Lust hat mitzukommen, aber lieber direkt zur Kirche kommen möchte: Treffpunkt dort ist um 19.30 Uhr. Und wer zu dieser Exkursion keine Zeit hat, grundsätzlich aber Interesse an der Arbeit des Umweltteams hat: Unser nächster regulärer Termin ist am 7.11. um 18.30 Uhr im Gemeindehaus.

10 Jahre Solaranlage auf dem Dach der Eberhardskirch

Im Jahr 2008 wurde das Dach der Eberhardskirche saniert. Bei der Gelegenheit wurde auch eine Solaranlage auf dem Dach installiert, die jetzt seit zehn Jahren in Betrieb ist und jedes Jahr zu Erträgen aus der Stromgewinnung führt.
Damals gab es im Kirchengemeinderat zunächst den Plan, nach Investoren zu suchen, die die Solaranlage auf dem Dach gemeinsam finanzieren, erstellen und der Kirchengemeinde dann vom zu erwartenden Ertrag etwas abgeben würden. Aber dann kam den Vorschlag auf, zunächst zu prüfen, ob es in der Eberhardsgemeinde nicht genügend Personen gäbe, die für eine solches Projekt spenden oder ein zinsloses Darlehen zur Verfügung stellen würden.
Es wurde eine Spendenkampagne initiiert, bei der symbolische Energie-Bausteine für eine Solaranlage „erworben“ werden konnten. Weil ja noch nicht klar war, ob genügend Geld zusammenkommen würde, wurden zunächst nur Spendenabsichtserklärungen gesammelt, und nach wenigen Wochen war klar: es würde reichen. Von den 23.415 Euro Gesamtkosten für die Solaranlage waren im ersten Jahr 18.050 Euro durch Spenden abgedeckt worden. Für den Rest gab es Darlehensgaben, die im Laufe der Zeit aus den Solarerträgen wieder zurückgezahlt werden konnten.
Seitdem wandelt die Anlage Sonnenenergie in Strom um, für die es nach den im Jahr 2008 geltenden Regeln eine Einspeisevergütung gibt. Der Gemeinde stehen dadurch jedes Jahr etwa 1.300 Euro an Zusatzeinnahmen zur Verfügung. Über die Verwendung dieser Gelder entscheidet in jedem Jahr der Kirchengemeinderat neu. Aktuell wird die Hälfte des Ertrags für das Kirchencafe aufgewandt, um die Mehrkosten auszugleichen, die durch die Verwendung von fair gehandeltem Kaffee entstehen. Die andere Hälfte wird in die Rücklage für die Kirchenheizung gesteckt, die demnächst komplett erneuert werden muss.
Wenn alles gut geht, wird es mit diesen Zusatzeinnahmen noch zehn Jahr so weitergehen. Dann endet die garantierte Einspeisevergütung. Die Erzeugung von Strom läuft dann trotzdem noch weiter und kann für den Eigenbedarf der Kirchengemeinde genutzt werden.
Das Projekt „Energie von oben“ aus dem Jahre 2008 hat sich damit in den letzten zehn Jahren so positiv entwickelt, wie es erhofft worden war, und der Kirchengemeinderat dankt rückblickend noch einmal allen Spenderinnen und Spendern, die dazu beigetragen haben.

Die Tipps vom Umweltteam


Grüner Gockel: Kirchengemeinde mit umweltgerechtem Handeln


Schwerpunkte von 2001 bis 2014

Bericht des Umweltteams vom Dezemebr 2014
Neue Schwerpunkte

Entstanden ist das Umweltteam in der Eberhardsgemeinde vor 13 Jahren. Damals waren Kirchengemeinden in der Landeskirche Württemberg durch die Aktion „Grüner Gokkel” angeregt worden, ihren Ener gieverbrauch zu dokumentieren und über Einsparmöglichkeiten nachzudenken. In der Eberhardsgemeinde wurden daraufhin in den letzten Jahren einen ganze Reihe von Maßnahmen durchgeführt, wie zum Beispiel die Erneuerung der Fenster und eine neue Heizungsanlage im Gemeindehaus, Wärmeisolierungen über und unter der Kirche. Diese Maßnahmen haben auch zu spürbaren Reduzierungen im Ener gieverbrauch geführt. Die nächsten Projekte des Umweltteams ergeben sich aus den anstehenden Renovierungen in der Gemeinde: der Turm muss saniert werden und die elektrische Heizungsanlage in der Kirche ist so alt, dass sie demnächst ausgetauscht werden muss. Bei der Planung beider Projekte möchte sich das Umweltteam mit Vorschlägen beteiligen. A ls ein erster Schritt wurde jetzt ein Energieingenieur beauftragt, die Luftbewegungen in der Kirche zu untersuchen, weil es an kalten Tagen trotz Heizung immer wieder Beschwerden über kalten Luftzug gibt.

Angesichts der anstehenden großen Projekte will sich das Umweltteam aber auch von weniger drängenden Aufgaben entlasten. In Zukunft soll deshalb auf die sehr arbeitsaufwendigen Jahresberichte, die im Rahmen der „Grüner Gockel”-Zertifizierung verlangt werden und die dann alle drei Jahre von externen Prüfern begutachtet werden, verzichtet werden. Die Aktion „Grüner Gockel” war für das Umweltteam eine gute Starthilfe, aber in Zukunft können wir auch ohne den formalen Rahmen des Zertifizierungsprogramms auskommen. Wer sich an den anstehenden Überlegungen zu den Renovierungsprojekten der Gemeinde beteiligen möchte, kann sich gerne per Email im Gemeindebüro melden oder zur nächsten Umweltteamsitzung am 21.1.2015 um 18.30 Uhr im Gemeindehaus kommen.
Uwe Klose


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