Kirche
evangelische
Eber­hards­kirche Tübingen
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Klausurtagung in Fischbach - 15.-17.9.2017

Reformation heute - aus dem Kirchengemeinderat

Re-Formation - das immer wieder neu in Form bringen von Kirche – ist ein andauernder Prozess.
Hier zu lesen sind Denkanstöße der Klausur unseres Kirchengemeinderates.

Bei einer abendlichen Runde im September in Fischbach am Bodensee gab es einen Austausch über die Frage: „Meine Reformation – wie sich Kirche aus meiner Sicht verändern sollte.“ Dabei wurden Überlegungen auf zwei Seiten verteilt:


1. Strukturen

  • Erstarrte Strukturen und Formalismus müssen aufgebrochen werden
    die Kirche darf nicht angstvoll an Vergehendem oder Vergangenem festhalten
    sie muss ihr staubiges Image & Attitude was Besseres zu sein abwerfen

  • Unnötige Sonderpfarrämter und Pöstchen müssen abgeschafft werden.

  • Die Gemeindearbeit und damit der Mensch muss in den Mittelpunkt gestellt werden.

  • Bürokratie muss da abgeschafft werden, wo sie diesen Zielen nicht dient.

 

2. Strukturen - Kirche vor Ort stärken

  • Wir wünschen uns auch für kleine Gemeinden: Hauptamtliche, die erkennbar für eine Gemeinde zuständig sind

  • Wir möchten, dass das das Gemeindeleben vor Ort personell und finanziell gestärkt wird

  • Kirche soll Menschen am Rand reinholen in die Gemeinschaft, und soll deshalb
    die Diakonie stärken: (wie z. B. bei uns das Kirchencafé)

  • Wir wünschen uns eine gute Jugendarbeit, und wollen deshalb in der eigenen Gemeinde Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen suchen und unterstützen

 

3. Finanzen

  • Gelder müssen anders verteilt werden

  • Die Regeln der Landeskirche, die nur dazu dienen Vermögen anzuhäufen und bloß nichts zu verlieren, müssen abgeschafft oder geändert werden.

 

4. „Der Gerechte wird aus Glauben leben.“ (Hab 2,4 // Röm 1,18)

  • Gelebte „Glaubensgerechtigkeit“ heißt:

Mensch sein dürfen – Sein statt leisten - frei sein vom Leistungszwang – teilhaben am Leib Christi:
jeder trägt das bei, was er oder sie kann
Es braucht eine Kirche, die aus dem Glauben heraus offen ist für Neues / für Anderes.

Es gilt, alles zu stärken,

  • wo Kirche SEIN lässt

  • wo sie Raum gibt über Sinn nachzudenken

  • wo sie an Wurzeln anknüpft

 

5. Keine Anpasserkirche

  • Verkündigung und Handeln muss auf dem Fundament der Bibel stehen: Das Wort allein!

  • Das Evangelium braucht keine Eventisierung. Der Drang, jedem Trend der Zeit hinterherzulaufen und alles mitzumachen muss eingedämmt werden.

  • Es muss Schluss sein mit:

  • Dauerbespaßung

  • Anpassung

  • Hinterherhecheln

  • Verpackung ohne Inhalt.

  • Die Kirche muss stärker Position beziehen

  • Sie soll „Mitmischen“

  • Mit Selbstbewusstsein in der Öffentlichkeit auftreten

  • Den Rechtfertigungszwang hinter sich lassen.

 

6. Zu den Quellen

  • Wir wollen lernen aus den Quellen für den Glauben und das Leben heute

dass wir wach bleiben

und gewissenhaft an dem zu bleiben versuchen,

was Gott uns sagen will,
was wir glauben dürfen,

was wir tun sollen und erwarten können.
Wir wollen Jesus als Juden auf dem Hintergrund der Bibel und jüdischen Traditionen wieder neu entdecken.

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  • Gottesdienst – Spiritualität: Wir möchten, dass der Gottesdienst als gemeinsame Feier der Gemeinde erlebt werden kann.
    Wir wünschen uns

  • mehr Raum für Stille und Gebet

  • für Singen und Einkehr

  • Wir wünschen uns eine offene Kirche als einen Raum der Stille und Ruhe.

Es wäre schön, wenn unsere Kirche eine zu festen Zeiten verlässlich geöffnete Kirche werden könnte.


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